Die gute alte Kartoffel

Und wieder einmal nehmen wir ein Gemüse unter die Lupe, dem die Deutschen einen Spitznamen in der Welt verdankt: Die Kartoffel. Wir finden, das ist eine Ehre, denn die Kartoffel ist super gesund und vielfältig einsetzbar.

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Ihren Ursprung hat die Kartoffel in Südamerika und kam irgendwann mit Seefahrern nach Europa. In ihrer Heimat war sie sogar so beliebt, dass man die Kartoffelgöttin Axomama anbetete. Hier nannte man sie auch Patata, was im englischsprachigen Raum so übernommen wurde. Das Wort Kartoffel leitet sich von tartufolo ab, dem italienischen Wort für Trüffel, das wiederum abgeleitet ist von lateinisch terrae tuber („Erdknolle“). In Europa schätzte man das Nachtschättengewächs als Zierpflanze, die sich in den Gärten der Adligen hoher Beliebtheit erfreute. Feinde hatte die exotische Schönheit aber auch. Fanatische Christen sahen in ihr ein “dämonisches, lüsternes Gewächs und Frucht des Bösen”. Zum einen da die Knolle nicht in der Bibel erwähnt wurde und zum anderen die oberirdischen Tomaten-ähnlichen Früchte giftig sind und teilweise als Rauschmittel missbraucht wurden. Die Tomate hatte es anfänglich wirklich nicht leicht und fand ihren Weg oft nur in den Viehstall. Viel zu banal und neutral schmeckten die ersten Züchtungen dem europäischen Gaumen. Bald aber erkannte man die Vorzüge der Knolle: Sie macht sehr satt, satter als Brot oder Nudeln, dabei hat sie sogar weniger Kalorien bei gleicher Menge. Falsch ist also die Annahme, sie mache dick. Dick macht allerhöchstens ihre Zubereitung in siedendem Öl.  
Kartoffeln machen aber nicht nur satt, sondern sind auch gesünder als ihr Ruf. Ihr Vitamin C Gehalt ist vergleichbar mit Äpfeln und der Kaliumanteil ist besonders hoch. Daneben trumpft sie mit Vitamin B, 15 verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen. Eiweiß hat sie nur zwei Prozent, aber dafür sind diese sehr hochwertig. Blaue Kartoffeln sollen zudem den Blutdruck senken. Leider bekommt man diese alte Sorte nicht so häufig, daher haben wir zusammen mit der Doktorandin der Forstbotanik der Uni Freiburg Kathrin Drozella einige alte Sorten angepflanzt. Hier im Video könnt ihr sehen, welche faszinierenden Sorten sie für uns aus dem Boden geholt hat und ob was an dem Spruch “Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln” dran ist. Kleiner Hinweis: Die Kartoffeln der Doktorandin waren immerhin groß genug für einen traumhaften rosa Kartoffelbrei.  


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© Bild 1 und 2: JoinMyDinner

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